Fassmalerei

Die historische Ästhetik der Gegenwart

Die Kunst, die Patina der Epochen zu imitieren, erfordert, diese zu kennen.

Die Jahrhunderte als Lehrmeister

Fassmalerei und Vergoldung sind traditionelle Berufe. Während sich die Vergoldung ihrer Wortwörtlichkeit verschreibt, beschäftigt sich die Fassmalerei mit der Bemalung, Oberflächen-Bearbeitung und Veredelung von Möbeln, Bilderrahmen und anderen Gegenständen. Darüber hinaus werden Holz, Gips oder Metall mit Ölen, Fetten, speziellen Lacken und Firnissen behandelt, damit sie geschützt und konserviert sind, Farbe, Schönheit und Charakter behalten.

 

Den Dingen Bedeutung geben

Ästhetisch betrachtet mag man es jedem selber überlassen, ob durch diese meisterhafte Handwerkskunst aus Altem Neues oder aus Neuem Altes entsteht. Mit Nostalgie jedenfalls hat die Intention der Fassmalerei wenig zu tun. Vielmehr ist sie der Blick zurück nach vorn: Möbel und andere Gegenstände werden aufgewertet, verschönert, mit Stil und einer klaren Linie versehen. Vor allem erhalten sie ihre Bedeutung (zurück).

 

Ästhetik auf Zeitreise

Dem historischen Charme der Resultate kann man sich nicht entziehen. Doch im romantisch-ländlichen Idyll müssen die bearbeiteten Stücke deshalb nicht verbleiben, das Leben ist keine Remise voller Krempel, sondern ich möchte mit den Möbeln leben, die ich liebe.

 

Klassische Formensprachen, Ornamentik und bejahrt wirkende Patina integrieren sich nämlich ohne Einbußen ebenso gut ins zeitgenössische und großstädtische Interieur: Ob als harmonischer Gruß der Vergangenheit, kontraststarkes Solitär im puristischen Umfeld oder distinguierter Akzent modernen Wohnens – die Fassmalerei bestärkt Möbel und Accessoires stets in ihrer Eigenwilligkeit und verhilft ihnen zu einem Charakter mit Persönlichkeit.